25 Jahre Innovation und Wachstum

Einrichtung Protime 1995

Von Peter s’Jongers, Protime-Gründer und -CEO 

25 Jahre ... wie die Zeit vergeht ... es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, aber 1995 liegt tatsächlich schon lange hinter uns. Damals wurden die Nachrichten dominiert vom Krieg in Jugoslawien, von Miguel Indurains 5. Tour de France-Sieg und von der Einführung der Sony-PlayStation. Die PlayStation war ein bisschen erfolgreicher als unsere Protime-Software ... Und damals gab es natürlich auch noch keinen Online-Handel.  

Es war Januar 1995. Im Laufe der vorangegangenen Monate hatten Eric, Luc und ich uns entschlossen, ein Unternehmen zu gründen, das sich auf Zeiterfassungslösungen spezialisieren sollte. Als junge Akademiker hatten wir erste Berufserfahrungen als Account Manager gesammelt und waren in diesem Markt recht aktiv. Ein Markt, der – und da waren wir uns sicher – auf große Veränderungen zusteuerte.  

Windows-Anwendungen eroberten die Unternehmenswelt in rasendem Tempo, und die klassische Stechuhr war unserer Meinung nach vom Aussterben bedroht. Automatisierung – das war es, was man brauchte! Protime sollte zu einem Softwareunternehmen werden, das eine einzige Anwendung vermarktete: die Zeiterfassung.  

Eine tolle Idee von drei jungen Verkäufern, die zwar voller Leidenschaft und Ehrgeiz waren, denen es aber leider an Erfahrungen in der Software-Entwicklung fehlte. Ein kleines technisches Problem.  

Unser erster Erfolg war daher, diese Idee an den derzeitigen Leiter der Entwicklungsabteilung, Piet Verstraete, zu verkaufen. Piet war genau der Mann, den wir brauchten, um unsere Ideen zu verwirklichen. Er kannte den Markt und wurde für seine hervorragenden Entwicklungsfähigkeiten hoch geschätzt. Zu unserem Glück glaubte er sofort an unsere Geschichte und nahm das Risiko in Kauf, seinen Job aufzugeben, um diesen drei Verkäufern blind zu folgen. Wir mussten es einfach tun!  

Unser zweiter Erfolg war zweifelsohne etwas schwieriger zu erreichen. Wir mussten die Banken von unserem Projekt überzeugen. Die sollten uns einen Kredit geben, für den sich keines unserer Familienmitglieder verbürgen konnte. Alles, was wir hatten, war eine Idee und unsere mageren Ersparnisse. Ich sehe uns immer noch im Büro des Bankdirektors sitzen, wie wir unsere Geschichte voller Leidenschaft erzählen, und dabei wussten wir sehr genau, dass es um alles oder nichts ging. Ich weiß nicht, ob es heute noch funktionieren würde, aber wir erhielten einen Kredit von etwa 30.000 Euro. 1995 waren die Banken glücklicherweise jungen Start-ups gegenüber noch ein wenig entgegenkommend.  

 

Und so saßen wir am Donnerstag, den 12. Januar 1995 beim Notar, um Protime offiziell ins Leben zu rufen. Stolz wie Oskar

Um die ersten Jahre zu überbrücken, entschieden wir uns, auch die klassischen Stechuhren des deutschen Herstellers Isgus neben der Protime-Software zu verkaufen. Wir mussten Geld verdienen, und wir konnten es uns nicht leisten, darauf zu warten, dass unsere Software-Entwicklung eine erste lauffähige Version bereitstellte.  

Wir hatten ein kleines Unternehmen, in dem sich eine Person damit befasste, Software zu schreiben, während drei andere hart daran arbeiteten, Stechuhren zu verkaufen und von Zeit zu Zeit bessere Verträge abzuschließen.  

Die Kunden der ersten Stunde lieferten uns durch ihr Vertrauen einen ersten kommerziellen Impuls. Piet verlor seine Haare, und wahrscheinlich hat er es mehr als einmal bereut, ausschließlich von Verkäufern umgeben zu sein ... Ich wage es heute noch nicht, ihm diese Frage zu stellen. 

Es gibt einige lustige Anekdoten über unsere ersten Softwareinstallationen. Kunde Nummer 1 erhielt natürlich die Rechnung Nummer 1, obwohl er dachte, eine sichere Sache erworben zu haben. Woher hätte er es auch wissen sollen, Sie erinnern sich, das Internet gab es noch nicht. Außerdem erwiesen sich die Verkäufer als sehr schlecht im Installieren von Software. Die Mütter wurden rekrutiert, um Anrufe zu beantworten und die Büros zu putzen... Kurz, wir spielten Cowboy und Indianer, aber Zufriedenheit und Kundenorientierung waren schon damals unsere absolute Priorität.  Die Mundpropaganda lieferte ganze Arbeit. 

Im Februar 1997 hatten wir endlich ein echtes Unternehmen, oder wenigstens glaubten wir das. Wir hatten das Appartement, das wir bewohnten, tatsächlich verlassen können, und unser Quartier in einem echten Bürogebäude aufgeschlagen, in unserer berühmten weißen Villa. Zumindest in der Hälfte des Gebäudes, der vordere Bereich war noch von einer Bankfiliale belegt. Mittlerweile waren wir zu siebt, und wir glaubten, dass es in diesem Büro niemals eng werden würde.  Wir wuchsen jedoch viel schneller, als erwartet, und 1999 hatten wir die Gelegenheit, die Villa vom damaligen Eigentümer zu kaufen, was wir dann auch schnell taten.  

Das Jahr 2000 war ein weiterer großer Wendepunkt, insbesondere aufgrund der ganzen Aufregung rund um den Millennium-Bug. Protime wuchs immer weiter, sowohl im Hinblick auf den Umsatz als auch auf seine Mitarbeiter. Wir feierten unseren 10. Jahrestag in Stil. Wir zählen mehr als 40 Mitarbeiter, und wir generierten bereits 10 % unseres Umsatzes in Belgien.     

Ein wichtiger Wendepunkt war auch die Akquisition unseres niederländischen Partners Prosphera 2008. Innerhalb von 10 Jahren hatten Lucas und Darek ein Protime-Vertriebsnetz im niederländischen Markt entwickelt. Sie schlossen sich der Familie an. Belgien war nicht mehr der einzige Binnenmarkt, auch die Niederlande standen von nun an im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Zum ersten Mal überstieg der Umsatz der Gruppe 10 Millionen Euro.  Leider waren Eric und Luc ein paar Jahre vorher aus gesundheitlichen Gründen gezwungen gewesen, Protime zu verlassen. Ich hatte meine Partner aus unserer Anfangszeit verloren. Also musste ich mich auf die Suche nach neuen Partnern für die Leitung von Protime machen.  

Dennoch hatten wir weiterhin Wind in den Segeln und wuchsen stetig. Wir eröffneten eine Niederlassung in Paris und ein Jahr später eine in Manchester. Selbst die Bankenkrise 2008/2009 konnte unser Wachstum nur vorübergehend bremsen.  

Einer der strategischen Partner in der Geschichte von Protime war das HR-Unternehmen SD Worx. Als Spezialist für Gehaltsabrechnungen kombinierte es seine Lösungen oft technisch mit unseren, und so kamen unsere Kunden in den Genuss eines einzigen Verfahrens, das von der Zeiterfassung bis hin zur Gehaltsabrechnung alles umfasste. Es war ein bisschen wie eine Hochzeitsfeier, als SD Worx 2011 entschloss, sich an Protime zu beteiligen und das zukünftige Wachstum des Unternehmens zu unterstützen. Protime wurde Mitglied der SD Worx-Familie, aber das Unternehmen verfolgt weiterhin seinen eigenen Kurs und hat sich seine eigene Identität erhalten.  

Diese Situation bewährte sich für uns recht gut. In kaum vier Jahren stieg unser Umsatz um fast 60 %, wir eröffneten eine Niederlassung in Deutschland und fast 60 neue Protimer schlossen sich unserem Team an. In den darauffolgenden fünf Jahren bauten wir auch in Luxemburg eine Präsenz auf und begrüßten im Durchschnitt 50 neue Mitarbeiter pro Jahr. Vor ein paar Jahren unvorstellbar. 

Wir wachsen, auch der Markt entwickelt sich ständig weiter, und mit ihm die Flexibilität der Arbeit, die eine neue Wendung genommen hat. Die Systeme mussten sich an diese neue Form der Zeiterfassung anpassen. Startups schossen wie Pilze aus dem Boden, eine Entwicklung, die auch Protime nicht entging. Im Sommer 2018 entschieden wir uns deshalb, dass junge und ehrgeizige Start-up  OnlineWerkrooster in unsere Familie aufzunehmen. 

Heute geben täglich mehr als 300 Protimer in 6 Ländern an 8 Standorten ihr Bestes, um unsere externen und internen Kunden zu bedienen und an der Zukunft von Protime zu arbeiten. Zu behaupten, ich sei stolz darauf, ist eine Untertreibung. Dieses Gefühl des Stolzes lässt sich nicht in ein paar wenigen Worten zusammenfassen. Deshalb habe ich mich 2018 entschlossen, die einzigartige Geschichte der Protime-Unternehmenskultur im Buch „Fierté! Pourquoi la culture d’entreprise est un objectif stratégique“ („Stolz! Warum Unternehmenskultur ein strategisches Ziel ist“) festzuhalten.

Aber das ist noch nicht alles. Die Ambitionen waren in der Tat schon immer riesig. Alles, was Menschen und Zeit miteinander verbindet, fasziniert uns unendlich, und die Optimierung des Humankapitals ist unser Kerngeschäft. Alles in allem hat sich also in den 25 Jahre nichts geändert. 

Protime, we make time valuable

#proudtobeaprotimer