Homeoffice als Quelle des Glücks?

Homeoffice als Quelle des Glücks

Das Home Office ist ein heikles Thema. Ich hatte bereits die Gelegenheit, das Home Office in zwei Artikeln zu besprechen. Wenn Sie die anderen Artikel lesen möchten, klicken Sie hier und hier. Heute möchte ich das Thema aus einem neuen Blickwinkel betrachten: im Fokus steht das Glück und die Gesundheit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz.

Das Wohlbefinden der Mitarbeiter im Fokus

Dieses Thema kam mir beim Lesen verschiedener Artikel über die Arbeitswelt von morgen in den Sinn. Eine erste positive Schlussfolgerung: Die Unternehmen scheinen tatsächlich die Bedeutung der Mitarbeiterzufriedenheit als Produktivitätsfaktor zu schätzen gelernt zu haben.

Dennoch stellt sich die Frage, wie wird es nach Covid-19 aussehen? Ich bin mir bewusst, dass die aktuellen Änderungen nicht alle ewig fortbestehen werden. Die Tatsache, dass so zahlreiche Unternehmen ihre Meinungen geändert haben zeigt jedoch, welch tiefgreifende Auswirkungen diese Krise auf die Berufswelt hat. Es ist unabdingbar: Unser Verhältnis zur Arbeit wird sich verändert.

Die tägliche Arbeit: Gesundheit oder Glück?

Eine Vision, die von der Bedürfnispyramide getragen wird

Und was wäre, wenn beides tatsächlich miteinander verknüpft werden könnte? Man hört ab und zu, dass die Arbeit der Gesundheit schadet und man sich nur die psychosozialen Risikofaktoren anschauen müsse. Es sei das Wichtigste, an sich selbst und seine Familie zu denken. Ich hingegen bin davon überzeugt, dass Arbeit glücklich machen kann, dass es also möglich ist, mit der Arbeit die eigene Gesundheit zu verbessern. Wenn ich mir anschaue, wie es um

mich herum aussieht, wird mir bewusst, dass einige meiner Bekannten, die sehr engagiert und glücklich in ihren Jobs sind, ihre gesamte Karriere ohne Gesundheitsprobleme durchlaufen haben. Sobald sie jedoch in Rente gehen, scheinen sie die Krankheiten im rasanten Tempo einzuholen.

Diese Konstante zeigt mir, dass es interessant sein könnte, diese Beobachtungen einmal im Hinblick auf die Bedürfnispyramide zu betrachten. Einigen Menschen erlaubt die Arbeit, ihre primären Bedürfnisse zu erfüllen (Ernährung, Heizung ...). Anderen wiederum erfüllt sie das Bedürfnis, etwas zu leisten. Der Schlüssel liegt meines Erachtens darin, diese beiden so unterschiedlichen Profile zu akzeptieren und sich auf jedes einzelne einzustellen. Hierzu ist Flexibilität notwendig. Und genau das bringt die Arbeit im Home Office: Sie erlaubt es, sich nach den eigenen Prioritäten zu organisieren, unabhängig davon, ob sie beruflicher oder privater Art sind.

Wohlbefinden erzeugen, um Glück zu schaffen

Vielleicht geht es bei der Arbeit tatsächlich auch um eine gewisse Art von Anerkennung.

Der Arbeitnehmer, der jeden Tag hart arbeitet, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen und so seine Familie zu ernähren, betrachtet sein Gehalt sicherlich als Anerkennung für die geleistete Arbeit. Er schenkt dem Unternehmen seine Zeit, obwohl die Familie seine erste Priorität ist. Es ist also absolut verständlich, dass er eine Anerkennung als Gegenleistung erwartet, auch wenn sie finanzieller Natur ist.

Andere Arbeitnehmer benötigen andere Arten von Anerkennung. Manche erhalten sie durch das Gefühl, etwas geleistet zu haben, durch ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit durch den Arbeitgeber, in Form von hoher Flexibilität oder als Glückwünsche.

Was mir an der aktuellen Krise auffällt, und insbesondere durch die Verlagerung des Arbeitsplatzes, ist, dass das Unternehmen nicht mehr alles auf das Glück am Arbeitsplatz setzen kann, sondern vielmehr, dass es das Wohlbefinden jetzt an den Arbeitsplatz bringen muss, wo auch immer dieser sein mag. Dazu gehört sicherlich auch Flexibilität.

Das letztendliche Ziel besteht nicht so sehr im Glück am Arbeitsplatz, sondern darin, Wohlbefinden zu erzeugen, damit man glücklich wird, sowohl im Berufsleben als auch privat. Beides ist eng miteinander verknüpft. Die Arbeit nimmt in unserem Leben den Raum ein, den wir ihm geben. Die Arbeit im Home Office erlaubt mit Sicherheit vielen, sie wieder an ihren rechtmäßigen Platz zu bringen. Wer hat während des Lockdowns und den Wochen der erzwungenen Arbeit im Home Office nicht darüber nachgedacht?

Meine Erfahrung als Protimer

Eine solche Aussage von einem Unternehmen, dass die Auszeichnung „Great Place to Work“ bereits mehrmals gewonnen, mag natürlich seltsam erscheinen. Aber dieser Wettbewerb, an dem wir tatsächlich jedes Jahr teilnehmen, beschränkt sich nicht darauf, einen angenehmen Arbeitsplatz oder bessere Arbeitsbedingungen bereitzustellen. Schon vor Covid-19 waren wir in unserem Unternehmen nachweislich flexibel. Was mir jetzt aber auffällt, ist, dass die Pandemie diesen Aspekt unseres Unternehmens verstärkt hat, denn es versucht mehr denn je zuvor, sich an die Profile jedes einzelnen Mitarbeiters anzupassen.

Kurze Schlussfolgerung

Ich möchte diesen Artikel mit einer Frage beenden, die diese neue Beziehung zur Arbeit unterstreicht: Was ist mit dem Management? Wie kann man die unterschiedlichen Profile in ein und demselben Unternehmen verwalten? Man muss sich natürlich sowohl an die Mitarbeiter anpassen, die Geschmack an der Arbeit im Home Office gefunden haben, als auch an die, die es kaum erwarten können, wieder zurück ins Büro zu kommen. Die große Frage ist aber: wie? Flexibilität ist zwar wichtig, aber ihre Umsetzung ist nicht einfach. Und zu lernen, sich an jeden einzelnen anzupassen, das ist eine echte Herausforderung.

Sophie Henrion

News

Ein „Great Place to Work“ in Zeiten räumlicher Distanzierung.

Dieses Jahr war kein leichtes Jahr für die Aufrechterhaltung gesunder Unternehmenskulturen. Angesichts der räumlichen Distanzierung war es nicht leicht, Ihre Arbeitnehmer kontinuierlich für Ihr Unternehmen zu engagieren.