Prävention in Unternehmen: Wie kann man Burn-out verhindern?

Protime, wie man Burnout in Unternehmen vermeiden kann

Burn-out verstehen: Risikoquellen und Konsequenzen 

Die 5 Hauptrisikoquellen 

Natürlich erzähle ich Ihnen nichts Neues, wenn ich Ihnen sage, dass die Gründe für diesen Erschöpfungszustand vielfältig und unterschiedlich sein können. In Unternehmen gibt es jedoch im Allgemeinen fünf Hauptrisikofaktoren: 

  • Arbeitsorganisation, d. h. die Art und Weise, wie das Unternehmen arbeitet, seine Struktur, die Aufgabenverteilung 

  • Arbeitsbedingungen, d. h. die spezifischen Parameter des Arbeitnehmers (seine Arbeitszeit, sein Gehalt, ...) 

  • Arbeitsumfeld und -bedingungen, d. h. die physische Arbeitsumgebung (Lärm, Helligkeit, zur Verfügung gestellte Werkzeuge, ....) 

  • Der Inhalt der Arbeit, d. h. die den Mitarbeitern zugewiesenen Aufgaben, ihre Intensität sowie ihre Anforderungen (körperliche, geistige Arbeit, ...) 

  • Zwischenmenschliche Beziehungen bei der Arbeit, d. h. soziale Beziehungen zwischen Kollegen, aber auch mit dem Management und sonstigen Dritten 

Dieser theoretische Ansatz ist deshalb interessant, weil er aufzeigt, dass das Burn-out oft mit einer Kombination von Faktoren verbunden ist, die in den meisten Fällen vom Unternehmen beeinflusst werden könnten.  

Die Folgen für das Unternehmen 

Um zu verstehen, was ein Burn-out ist, erscheint es mir wichtig, über seine Ursachen hinaus auch die Frage nach seinen Folgen zu klären.  
Diese beginnen auf der individuellen Ebene, indem sie sich auf den Arbeitnehmer selbst auswirken: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Nervosität, Reizbarkeit, Verlust des Kurzzeitgedächtnisses, Abnahme der Produktivität, grobe Fehler, Verleugnung der Situation sind sehr oft einhergehend mit einer Verweigerung der angebotenen Hilfe durch Familie, Kollegen, Management oder sogar den Arzt. 

Des Weiteren ist auch das Team betroffen, vor allem, weil es – wenn es sich der Situation bewusstwird – eine Art der Beunruhigung empfindet, die oft mit Empathie, aber manchmal auch mit Ärger vermischt ist.  Und wenn der Mitarbeiter für längere Zeit ausfällt, muss diese Abwesenheit kompensiert werden.  

Schließlich führt dies für das Unternehmen zu einer Reihe von direkten und indirekten Zusatzkosten: Ausfallsmanagement, Umsatzrückgang, verminderte Produktivität, Zunahme von Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen, Image-Schäden usw. 

Die ersten Zeichen erkennen: Möglichkeiten zur Vorbeugung von Burn-out? 

Die Anzeichen von Burn-out erkennen 

Angesichts der vielen voreingenommen Meinungen zum Thema Burn-out erschien es notwendig das Thema erneuert aufzugreifen, um Klischees abzubauen und das Unternehmen auf verschiedenen Ebenen zu sensibilisieren. Zunächst möchte ich hervorheben, dass es besonders die engagierte Mitarbeiter betrifft, die viel Herzblut in ihre Arbeit stecken. Wenn ich diese Menschen beschreiben müsste, würde ich sagen, dass sie in der Regel mit einer sehr hohen Arbeitsbelastung konfrontiert sind, die so weit geht, dass sie viele Überstunden leisten bis ihre Energiereserven erschöpft sind. 

Sie fallen auch durch bestimmte Verhaltensweisen, wie z. B. die systematische Aufschiebung ihres Urlaubs oder das Trinken von viel Kaffee, auf. Diese Personen können manchmal ein wenig gereizt oder nervös wirken und scheinen sich abzuschotten, indem sie auf ihre Mittagspausen verzichten oder übliche Aktivitäten wie Sport mit Kollegen während der Mittagspause chronisch ablehnen.  Es kann auch vorkommen, dass sie regelmäßig einige Tage krankgeschrieben werden (z. B. durch immer wiederkehrende Kopfschmerzen).  

Über Burn-out sprechen  

Das, so scheint es mir, ist die Grundlage eines Präventionsplans. Wenn die Mitarbeiter gut darüber informiert sind, was ein Burn-out ist und was es mit sich bringt, kann jeder im Unternehmen auf die Warnzeichen achten. Jeder kann dann eingreifen, wenn ein Kollege unter zu viel Stress, emotionaler oder körperlicher Erschöpfung zu leiden scheint. Bei der Verwendung des Wortes „eingreifen“ bin ich jedoch vorsichtig, denn meine Erfahrung als Vertrauensperson zeigt mir, dass es nicht ausreicht, die Symptome bei einem Kollegen einfach nur zu bemerken, um mit ihm darüber zu sprechen und das Bewusstsein dafür zu wecken.  Die häufigste Reaktion bleibt die Verleugnung. Leider müssen viele Mitarbeiter „abstürzen“, um die Situation zu erkennen und über ein Wiederaufstehen nachzudenken. Niemand ist verpflichtet, das Unmögliche zu tun, aber Kommunikation und Prävention verhindern einen Teil der Schuldgefühle, von denen die Kollegen eines Mitarbeiters mit Burn-out oft betroffen sind. Ich habe den Satz „Wenn ich es nur gewusst hätte“ nur allzu oft gehört.  

Eine auf das Wohlbefinden ausgerichtete Unternehmenskultur 

Burn-out ist eine Berufskrankheit , die jedes Unternehmen betrifft, selbst ein Great Place to Work-Unternehmen wie Protime. Das Engagement ist bei den Mitarbeitern manchmal so stark, dass die Gefahr groß ist, dass sie sich selbst überfordern und immer mehr für das Unternehmen leisten. Dies macht sich besonders in Dienstleistungsunternehmen bemerkbar, in denen der Wert Kundenorientierung sehr ausgeprägt ist.  Dennoch liegt die Stärke einer Unternehmenskultur wie der unsrigen darin, dass sie die Zufriedenheit und vor allem den Zusammenhalt der Mitarbeiter fördert. Wir können uns auf die starken Bindungen verlassen, die die Protimers miteinander vereint, und die dafür sorgen, dass sie aufeinander achten.   

Es ist nicht immer einfach, mit seinen direkten Kollegen über Schwierigkeiten bei der Arbeit zu sprechen. Daher ist es ratsam, eine oder mehrere Vertrauenspersonen in Ihrem Unternehmen zu benennen, d. h. eine Person, die einem Kollegen in Not zur Seite steht, die geschult ist, die wichtigsten Stressfaktoren oder emotionale Überlastung zu erkennen, und bei der es leichter fällt, sich zu öffnen. Die Aufgabe dieser Vertrauensperson besteht darin, dem Mitarbeiter auf seinen Wunsch hin zu helfen, über die Risikoquelle(n) am Ursprung des Problems nachzudenken und die Informationen an die arbeitsmedizinische Abteilung oder einen Dritten (Personalabteilung, Manager usw.) weiterzuleiten.  

Erstellen Sie Ihre eigene Liste von Indikatoren 

Je nach Branche und Unternehmen rate ich Ihnen auch, genau zu bestimmen, welche Präventionssignale für die Branche spezifisch sind. Wenn Sie z. B. ein dienstleistungsorientiertes Unternehmen sind, das von 9 bis 17 Uhr arbeitet, können Sie sich auf Überstunden, nicht genommene freie Tage, übermäßige Arbeitsbelastung, Anzahl der Fehlzeiten, abends und am Wochenende verschickte E-Mails usw. konzentrieren. 

Um effektiv zu sein und genau zu wissen, wann ein Fall kritisch wird, müssen Sie diese Indikatoren natürlich beobachten. Zeit- und Teammanagement-Tools wie Protime können dann für Sie von Nutzen sein. Sie ermöglichen es Ihnen, festzustellen, wann sich ein Indikator im roten Bereich befindet und dass es Zeit zum Handeln ist, insbesondere für den Manager des betreffenden Mitarbeiters. 

Der Kampf gegen das Burn-out: abschließende Worte 

 

Ich behaupte nicht, dass die Aufgabe einfach ist und dass ein bisschen Kommunikation die Patentlösung ist. Wenn ich Ihnen jedoch durch diesen Artikel zumindest Denkanstöße geben und vor allem das Unternehmen auf verschiedenen Ebenen sensibilisieren konnte, werde ich das Gefühl haben, einen sinnvollen Beitrag geleistet zu haben.  Seien Sie sich bewusst, dass nicht jeder empfänglich dafür ist, aber wenn unter denen, die Ihre Botschaft erhalten, nur einige Manager und Mitarbeiter sind, die zuhören und sensibilisiert werden, haben Sie bereits viel erreicht.